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mangelnde technische Sicherheit - sprich CE Zeichen - AudioValve - 10-21-2017

Ich finde es einen ungeheuerlichen Vorgang, Produkte die nicht den technischen EU Richtlinien entsprechen auf den EU Markt zu bringen, sei es zu Testzwecken, oder aber auch zuhause, oder im Handel - und in Betrieb zu nehmen. Das ist nicht nur sehr dumm sondern auch grob fahrlässig und eine staftbare Handlung. Da schützt selbst Unwissenheit nicht vor Stafe. Vielen scheint dieser Aspekt nicht mal im Ansatz bekannt, bewusst zu sein - oder es interessiert schlichtweg niemanden. So geht es aber eben nicht in der EU, wer Produkte ohne CE Zeichen in Umlauf bringt, macht sich schlichtweg strafbar - egal ob als Händler oder Verbraucher. Ich reiße mir mit meinen Leuten jeden Tag den "Allerwertesten" auf, um gesetzeskonform diese EU Richtlinien umzusetzen - darum sehen unsere Produkte so aus, wie sie aussehen. Wer nicht gesetzteskonform baut, verschafft sich technische Vorteile zu Lasten der Sicherheit des Verbrauchers. Beispiel: Unsere Kopfhörer Verstärker mit STAX Ausgängen besitzten Übertrager um zu verhindern, dass im Fehlerfall - und nur darum geht es - keine berührbare hohen Spannungen auf die Buchse gelangt. Zunehmend etablieren sich allerdings Konzepte ohne Übertrager - sog. "galvanisch gekoppelte" Verstärker, die im Fehlerfall an den Kontakten der STAX Buchse die hohe Versorgungsspannung des Verstärkers zu liegen haben. Diese Kontakte liegen nur 2mm tief in Ihrer Fassung, sind leicht zu berühren und stellen dann eine große Gefahr für jeden dar, der dran rum spielt. Sicher, ich würde auch gern ohne Übertrager direkt gekoppelt runter bis auf ein Herz unter Grenzfrequenz - darf ich aber nicht und damit fertig. Wer sich als Produzent an diese und andere Regeln nicht hält, erschleicht sich einen Wettbewerbsvorteil. Ich beobachte wie sich ein gewisses Klientel - offensichtlich aus Dummheit oder Ignoranz - grob fahrlässig darüber hinweg setzt, als sei dies ein Kavaliersdelikt. Wenn ich sehe, dass Röhren offen heraus schauen, oder im Fehlerfall an den STAX Buchen lebensgefährliche Spannungen auftreten können, dreht sich mir - als ehem. Entwickler aus der Medizintechnik ( Vorschriften der MEDGV ) - der Magen um. Ist eigentlich niemandem bewusst, was im Falle eines Fehler / Unfalles, sei es weil jemand in die Röhren fällt, oder jemand an den STAX Buchsen - Kontakten herum spielt, auf den Verursacher zu kommt ?? Ich habe mir extra für die vorliegende Formulierung Kollegen vom Regierungspräsidium TÜV Kassel geholt und allesamt waren sich einig - hier gehört radikal der Netzstecker gezogen - EU weit. Ich ich bitte doch alle höflichst vor der Beurteilung klanglicher Eigenschaften - die Einhaltung der Richtlinien am Produkt sicher zu stellen - das obliegt Ihren Sorgfaltspflichten und alles andere wäre einfach nicht fair und gehört nicht in die objektive Bewertung. Das CE Zeichen auf dem Produkt wäre schon mal ein Anfang. Ich will mal noch deutlicher werden, ich habe schon lange gewisse Produkte im Auge, die für Sie als Verbraucher ein Riskio darstellen, dessen Sich sich natürlich nicht bewusst sind - es klärt Sie ja auch niemand auf. Wenn besagte Produkte auf kommenden Messen nicht "spielbar" sind - hat die Gewerbeaufsicht den Stecker gezogen, dafür werde ich sorgen. Mir liegt Ihr Wohl und ein fairer Wettbewerb am Herzen.

Sie dürfen diesen Text gern weiter reichen, Becker - AudioValve

was man wissen sollte .....

nach einer aktuellen Entscheidung des OLG Frankfurt a.M. (Urt. v. 20.01.2011, Az. 6 U 203/09) kann das Inverkehrbringen von Waren ohne CE-Kennzeichen einen Wettbewerbsverstoß begründen, wenn für diese Waren in einer technischen Norm die CE-Kennzeichnung vorgeschrieben wird und hierdurch die Unbedenklichkeit der Verwendung attestiert werden soll. In diesem Fall können technische Vorschriften ausnahmsweise als Marktverhaltensregeln betrachtet werden, sodass ein Verstoß wettbewerbsrechtliche Relevanz aufweist.

Die CE-Kennzeichnung bedeutet „Communautés Européennes“. Sie ist das äußere Zeichen dafür, dass ein Produkt den dem Hersteller auferlegten Anforderungen der Europäischen Gemeinschaft entspricht. Mit der CE-Kennzeichnung eines Produktes erklärt der Verantwortliche (der Hersteller oder sein Bevollmächtigter, dies ist in der Regel der Importeur), dass das Produkt allen gesetzlichen entspricht sowie alle vorgeschriebenen Konformitätsbewertungsverfahren (u.a. der Überprüfung der Normenkonformität) durchgeführt wurden. Durch Anbringen des CE-Zeichens auf dem Produkt – in Ausnahmefällen auf der Verpackung – wird die Konformität auch nach außen hin sichtbar gemacht.

Die CE-Kennzeichnung ist kein Qualitätszeichen, sondern ein Verwaltungszeichen mit Funktion als Aufsichtszeichen, das z. B. den Gewerbeaufsichtsbeamten in den EU-Ländern die Kontrolle über die zulässige Vermarktung (Inverkehrbringen) der Erzeugnisse erleichtern soll.

Alle kennzeichnungspflichtige Produkte MÜSSEN mit dem CE-Kennzeichen gekennzeichnet sein, damit diese Produkte überhaupt innerhalb der EU in Verkehr gebracht werden dürfen. Die CE-Kennzeichnung ist zwingend vorgeschrieben und anzubringen, bevor ein Produkt, das der CE-Kennzeichnung unterliegt, in den Verkehr gebracht oder in Betrieb genommen wird.

Bei angebrachten, aber gefälschten CE Kennzeichnen (China CE) gilt folgendes:

Hier liegt in der Kennzeichnung des Produktes mit dem CE die Äußerung des Herstellers oder desjenigen, der das CE Kennzeichen angebracht hat (z. B. Importeur) die Behauptung, das Produkt entspreche allen anzuwendenden Vorschriften und es seien alle vorgeschriebenen Konformitätsbewertungsverfahren (z. B. Überprüfung der Normenkonformität) durchgeführt worden.

Diese Behauptung ist unzutreffend, wenn das Kennzeichen gefälscht ist ! Es liegt eine Täuschung des Verbrauchers vor; ein CE-kennzeichnungspflichtiges Produkt, das in Deutschland verkauft wird, ist somit in der Regel mangelhaft im Sinne von § 434 Abs. 1 BGB, wenn das Kennzeichen fehlt oder gefälscht ist.

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Kenzeichnungspflichtige Produkte müssen (!) mit dem CE-Kennzeichen gekennzeichnet sein, damit diese Produkte überhaupt innerhalb der EU in Verkehr gebracht werden dürfen! Die CE-Kennzeichnung ist zwingend vorgeschrieben und anzubringen, bevor ein Produkt, das der CE-Kennzeichnung unterliegt, in den Verkehr gebracht oder in Betrieb genommen wird.

Der Nachweis der Konformität des Produkts mit den anzuwendenden gesetzlichen Anforderungen unterliegt vielmehr der alleinigen Verantwortung des Herstellers. Der Hersteller bringt die CE-Kennzeichnung an und erstellt eine EG-Konformitätserklärung. Nur bei Produkten, die für die Bevölkerung als gefährlich eingestuft werden, wie beispielsweise Druckbehälter, Aufzüge und bestimmte Werkzeugmaschinen, muss ein Konformitätsnachweisverfahren durch Dritte, d.h. eine benannte Stelle, durchgeführt werden.

Neben dem Hersteller, der die Verantwortung für die Konformität des Produkts und die Anbringung der CE-Kennzeichnung trägt, spielen auch die Importeure (und Großhändler) eine wichtige Rolle. Sie stellen sicher, dass nur solche Produkte in Verkehr gebracht werden, die den rechtlichen Vorgaben entsprechen und mit der CE-Kennzeichnung versehen sind. Dadurch werden nicht nur die gesetzlichen Anforderungen der EU zur Gewährleistung von Gesundheitsschutz, Sicherheit und Umweltschutz gestärkt, sondern auch der faire Wettbewerb gefördert, da für alle Beteiligten die gleichen Regeln gelten.

Importeure müssen daher über grundlegende Kenntnisse der einschlägigen Richtlinien verfügen und sind dazu verpflichtet, die nationalen Behörden bei Schwierigkeiten zu unterstützen. 

Großhändler spielen eine wichtige Rolle, indem sie gewährleisten, dass nur konforme Produkte in Verkehr gebracht werden. Sie sind dazu verpflichtet, größte Sorgfalt beim Umgang mit dem Produkt walten zu lassen, damit dessen Konformität in keinster Weise beeinträchtigt wird. Großhändler müssen auch über ein Grundwissen bezüglich der gesetzlichen Anforderungen verfügen – einschließlich der Kenntnis darüber, für welche Produkte die CE-Kennzeichnung und die Begleitunterlagen vorgeschrieben sind – und sollten in der Lage sein, zu erkennen, welche Produkte eindeutig nicht konform sind. Der Großhändler muss den nationalen Behörden gegenüber Sorgfalt im Umgang mit dem Produkt nachweisen sowie eine Erklärung des Herstellers oder Importeurs vorlegen können, die bestätigt, dass alle notwendigen Maßnahmen ergriffen wurden. Ferner ist der Großhändler dazu verpflichtet, die nationalen Behörden bei der Beschaffung der notwendigen Unterlagen zu unterstützen.

Dieses Produkt stand zum Beispiel auf der CANJAM 2017 in Berlin, ich hoffe nur, das Frau Thümmel ihre Pflicht wahr genommen hat. Letztlich ist der Veranstalter dafür verantwortlich, dass nur EU konforme Produkte ans Netz gehen.

Zitat von HEADFONIA: As Woo Audio still doesn’t have the CE certification for most models, you don’t very often see their gear at shows.
 
 
[Image: Woo-Audio.jpg]