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Höreindrücke ... - AudioValve - 08-26-2017

Lieber Herr Becker,
Ein kleiner Hörbericht von mir als „neuem Fan Ihres LUMINARES“:
Gehört wird bei mir zuallermeist Klassik (vornehmlich von Bach bis
Rachmaninow) und - mit zunehmendem Alter - Jazz der 50er, 60er, 70er und
80er Jahre) ….. sehr häufig in sog. "Kleinen Besetzungen“; aber ab und an
auch mal Symphonisches, Oratorium und Oper.
Nachdem ich das Glück hatte, mich in meiner Jugend sehr viel mit Musik
beschäftigen zu können, sowie dann noch Dirigieren und Gesang „richtig
lernen“ zu dürfen, mußte ich auch lernen, sowohl sehr genau sowie auch
sehr schnell zu hören und das auch verständlich zu formulieren, damit die
Musiker im Ensemble/Orchester mich auch möglichst verstehen, ohne daß es
all zu viel Zeit braucht und ohne daß es allzu viele Mißverständnisse gibt …
auch das eine „Kunst“, die sehr viel schwieriger ist als Viele meinen ….. Also
möchte ich das jetzt hier in Bezug auf Ihren LUMINARE auch versuchen:
Derzeit sind meine Kopfhörer ein Audeze LCD2.2F/2016 mit einem etwas
"erhellenderem" Kabel der amerikanischen Firma StefanAudioArt mit dem
schönen Namen „Equinox“, der Vorserie der derzeit aktuelle Produktlinie „eseries“,
ein sorgsam gepflegter Sennheiser HD600 mit unsymmetrischem
Standart-Kabel und zwei ausgeborgte Staxe, dem SR-L300 und dem SRL700,
dem "kleinsten" und dem "größten" Hörer der neuesten Generation.
Das Erste, was sofort auffällt, ist, daß Ihr LUMINARE den jeweiligen
Charakter der KHs sehr deutlich aufzeigt und direkt vorführt. Sozusagen wie
bei einer Modenschau bei besonders gutem Licht.
Das Zweite, das ins "Ohr sticht", ist die Art der "Ausleuchtung", die dazu zu
führen scheint, daß die jeweiligen Kopfhörer sich selbst völlig frei und
ungehindert darstellen, aber auch entlarven können, dürfen, müssen ….. und
damit natürlich auch die Aufnahme.
Das Dritte ist der "Klangcharakter" Ihres Kraftwerkes. Dieser ermöglicht
offenbar eine von Vorne herein klanglich und energetisch so gut wie nicht
gerichtete oder gar irgendwie gewichtete Wiedergabe - das bleibt dann -
wohl oder übel - weitestgehend den anderen Komponenten und der
Aufnahme überlassen.
Das Einzige, was mir klanglich nachvollziehbar scheint, ist die sich mir so
darstellende klanglich in etwa gleichverteilte Einflußnahme von Röhren- und
Transistor-Klang-Elementen oder vielleicht besser -Anteilen .... - ganz wertfrei
gemeint. Übrigens gilt das für’s Laut- und Leise-Hören gleichermaßen, was
ich als äußerst selten und sehr angenehm empfinde: Es wird nie nervig oder
breiig oder gar unklar-sumpfig.
Von den verstärkertechnischen „Feintrimm-Möglichkeiten“, indem man
zwischen OTL-Modus, Impedanz(Gegenkopplungs)-Modus und Stax-Modus
wählen kann - und deren technischen Implikationen - möchte und kann ich im
Detail gar nicht viel schreiben, außer daß dadurch zuallererst mal
grundsätzlich dynamische KHs und Magnetostaten quasi aller Impedanzen
und zusätzlich auch Staxe bestens betreibbar sind. Weiteres
„Klangcharakter-Tuning“ scheint bis zu gewissem Grad für besonders
verspielte Hörer darüberhinaus auch noch möglich, erwies sich für mich
persönlich aber fast nie irgendwie notwendig oder gar wichtig.
So ergibt sich aus den klanglichen Ergebnissen, die Ihr LUMINARE liefert,
eine für mich einmalige und bis dato nur im Zusammenhang mit meinen
Geräten von FM-Acoustics erlebte Musikerfahrung, die ich wirklich
phantastisch finde und jetzt dazu noch mit dem "raumklangbefreitem" Genuß
via Kopfhörer nur noch genial und emotional ganz besonders finde: so etwas
wie Konzert-Atmosphäre ganz für mich allein und ungestört .... und noch
dazu ohne nervige Anfahrt und all zu viele Menschen drumherum!
Aber weiter im Text:
Wenn ich als Hörer von der jeweiligen Aufnahmequalität, weil ich sie ja mit
Nichten beeinflussen kann, ausgehen "muß", habe ich jetzt mit Ihrem
LUMINARE eine Möglichkeit zu einer klar verständlichen Wiedergabe-
Qualitätsgestaltung, die nicht an eine Art von "blinde(Taube) Kuh"-Spielen
grenzt. Nicht mehr das ewige Spiel, herauszufinden, welcher Hörer passt zu
welchem Verstärker und umgekehrt, bestimmt den Prozess, sondern auf
Grund der Gegebenheiten, die ich unter "das Erste" oben beschrieben habe,
wähle ich einen KH entsprechend meinem Geschmack oder meinen eigenen
„musikspezifisch mir passend erscheinenden“ Wünschen und sehe, ob das
Ergebnis dann meinen Klangvorstellungen einspricht - und kann dann ohne
irgendwelche „Wiedergabe-Kette-Unwägbarkeiten“ meine Musik genießen.
Hier kommen wir dann zum nächsten Stufe meines "Hörerlebnisses":
Meine bisherigen Hörerfahrungen mit den „STAXEN“ reicht mit vielen Pausen
bis in die Achtziger zurück. Ihre klangliche Grundsignatur lag mir immer, nur
empfand ich sie, so wie viele, all zu oft als zu anämisch und Fundamentschwach.
Abgesehen davon, daß sich die Klangsignatur und die Klangqualität
über die Jahre auch dort hörbar verändert haben, habe ich die Kopfhörer
dieser Marke noch nie so gut und uneingeschränkt spielen könnend und
dürfend gehört wie mit Ihrem LUMINARE. Vor einiger Zeit habe ich den L700
an den dafür offenbar als Set gedachten Verstärkern - einmal Röhre und
einmal Transistor - gehört. Für mich kein Vergleich, obwohl die Preisschilder
dieser Geräte sie als Topmodelle der Marke Stax auswiesen.
Was Elektrostaten meiner Erfahrung nach klanglich unter anderem doch
ausmacht, ist die sog. „Durchhörbarkeit“ jeglicher Art von Musik mit all den
klanglichen Konsequenten, die sich daraus ergeben. Das gelingt im
Zusammenspiel mit dem LUMINARE ganz besonders gut, da - meinem
Eindruck nach - dieser Kopfhörerverstärker durch seine „eigentlich
unvoreingenommene Abbilungs-Verstärkung" von Aufnahme und
Kopfhörersignatur offenbar nur in äußerst geringem Ausmaß bei seinem
eigentlichen Verstärkungsaufgaben „wertend eingreift“. Das führt im
Zusammenspiel mit den Stax-Hörern zu einer - je nach Auflösungs- und
Klangfeinheits-Stufe des jeweiligen Modells skaliert - ganzheitlichen, äußerst
detailreichen, niemals scharfen(!) und räumlich luftigen Spielweise mit klarem
und emotional für mich angenehm gerichteten Grundton, die ich so auch der
hauseigenen Treiber-Elektronik der Firma Stax leider nicht attestieren konnte
und kann. Das hatte mich im Übrigen auch von meinem ursprünglichen
Vorhaben, eine Stax-Kombi mit dem SR-L700 zu kaufen, abgebracht.
Deshalb bin ich überhaupt bei einem Audeze LCD-Kopfhörer gelandet und
habe mir aber auch dort gleich wieder das Kopfhörerverstärker-Suchen-
Müssen „eingefangen“……
Lrtztendlich bin ich dann dankenswerterweise aber auf diesem Pfad Ihrem
LUMINARE über den Weg gelaufen, der mir jetzt auch im Zusammenspiel mit
den Produkten der Firma Stax aufzeigt, wozu auch oder gerade diese
Kopfhörer eigentlich fähig sind - Das Alles abgesehen natürlich von
Geschmacksfragen, über die sich ja bekanntlich nicht wirklich sinnvoll streiten
läßt.
Auch der SR-L300, also das sog. „Einstiegsmodell“ der aktuellen
Produktreihe spielt nicht im Geringsten auf „Einstiegsniveau“ auf. Der
LUMINARE bittet ihn zu all den klanglichen Aktivitäten, deren auch die
größeren Geschwister fähig sind. Nur nehme ich natürlich die kleineren,
üblichen klanglichen „Einschränkungen“ - im direkten Vergleich zum derzeit
wohl zweit- oder drittgrößten Hörer der Firma Stax erst Recht - auch oder
vielleicht gerade besonders an der Leine vom LUMINARE wahr.
Allen Hörern gemein ist, daß Schnelligkeit, Impulstreue, Grob- und
Feindynamik vom LUMINARE gleichermaßen gefordert und unterstützt und
gemeinsam bestens eingebracht werden. So soll´s sein.
Wende ich mich nun meinem treuen HD600, den ich schon beim Hören und
Beurteilen von so mancher Einspielung benutzt habe, zu, so spielt er so auf,
daß ich vermute, ihn an seinen Grenzen von Auflösung, Durchhörbarkeit/
Transparenz und Schnelligkeit/Dynamik zu hören - aber ohne daß er damit
auch nur irgendwie „dumm dasteht": er ist und bleibt das, was er wohl ist: ein
einigermaßen linear klingender, in keine Richtung zu stark abrutschender,
charmant-musikalischer Hörer mit schon älterer Technologie, die aber auch
noch im heutigen Vergleich, da wo sie steht, klanglich überzeugt. Also
durchaus ein KH, mit dem ich gut hören kann, ohne daß mir die
Charakteristik von Aufnahme und Musikinterpretation "verloren ginge“ ….
Und außerdem ist erst schön leicht und sitzt so angenehm auf den Ohren.
Zu guter Letzt zeigt mir Ihr LUMINARE, was in einem LCD2 - der sitzt nun
keineswegs so leicht auf den Ohren - offenbar zu stecken scheint: ein
äußerst präziser so gut wie „ungebogener" - oder besser „unverbogener“ -
Klang, der vielleicht etwas dunkel tembriert sein mag, aber weder irgendwie
dumpf noch plump ist, sondern transparent und elegant Musik mit aller
wünschenswerter Dynamikbandbreite macht - und das über das ganze
Frequenzband in hohem Maße gleichmäßig.
Wenn er auch nicht als klassenschnellster „Membranträger" abschneidet,
aber eine extrem gleichmäßige, vielleicht auch im besten Sinne neutral zu
nennende Unterstützung kann er offenbar sehr gut gebrauchen, wenn er sie
nicht gar unausweichlich benötigt, um seine wirklichen Klangqualitäten
derartig auf den Punkt zu bringen.
Mit diesen Vorgaben und einer derartigen „Antriebskraft“ wird auch der Hörer
der Firma Audeze zu einem Musterbeispiel der Regel, daß das, was vorne
nicht hineingeschickt wird hinten auch nicht herausgeholt werden kann - und
zeigt auch hier im Gespann mit dem LUMINARE erst wirklich deutlich, wozu
er offenbar ganz locker fähig ist: ein eher „JazzClub-mäßig“ abgestimmter
sehr persönliche Atmosphäre schaffender Hörer, der das übergroße
Klangangebot Ihres LUMINARE toll zu nutzen und zu schätzen weiß.
Langer Rede kurzer Sinn: ich bin weg und hin von diesem Gerät!
Das ist „a Wahnsinn“, was sie da - mit welchem technischen
Detailgedankengut auch immer (davon versteh ich ja gar überhaupt nix) - auf
den Tisch des Kopfhörer-Verstärkermarktes gestellt haben!
Fazit ist für mich ganz deutlich, daß der LUMINARE offenbar ein „Allround-
Talent “ zu sein s cheint . Er s tel l t wohl so etwas wie eine
„kopfhörerverstärkertechnische eierlegende WollMilchSau“ dar, die neben
ihren reinen Verstärkeraufgaben auch noch „Klang-Unterricht“ erteilt, sodaß
die Herren und Damen Kopfhörer sich zu Höchstleistung aufschwingen ….. -
quasi wie ein sehr guter Gesangslehrer.
Vielleicht ist das ja dann eine Variante von „Endgame-KHV“ für von
Kopfhörerklang faszinierte Musikfreunde, die nicht gleich fünfstellige Summen
zahlen „müssen“, um sich das Gefühl zu geben, das Allerbeste für sich
persönlich zu nutzen. Der Preis des LUMINARE weist ihn ohnehin ja schon
als Spitzenklasse-Elektronik aus. Dieses Versprechen löst er m.M.n. auch mit
Bravour und äußerst ehrlich ein.
Für mich persönlich ist das auch der „Endgame-KHV“, vor Allem und ganz
einfach, weil er offenbar alle erdenklichen Kopfhörer bestens betreibt ohne
klangliche Spielchen zu treiben, die mir meine Freude an der Musik, um die
es mir ja geht, verderben würden……. Das habe ich leider schon zu oft
erleiden müssen.

Für heute mit begeisterten Grüßen, Wolff Bastian