AudioValve public board

Full Version: Kunden Rezension, AudioValve Solaris vs. Luminare (Modell 2016)
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Unterschiede/Höreindrücke an verschiedenen Kopfhörern
 
Vorbemerkung:
Als Quelle für die Tests diente ein SACD-Player McIntosh MCD 500, direkt an Solaris bzw. Luminare über eine analoge symmetrische Verbindung (HMS Gran Finale Jubilee) angeschlossen (die Ausgangsspannung an den symmetrischen „fixed“ Ausgängen beträgt 4 Volt).
 
 
 
HiFiMan HE 1000 V2 (Betriebsmodus OTL)
 
Wo im Zusammenspiel des traumhaften  HE 1000 V2 mit dem Luminare vielleicht noch das ein oder andere winzige Artefakt von Härte in den Höhen auszumachen war, da ist mit dem Solaris Geschmeidigkeit pur angesagt. Die Organisation der imaginären Bühne ist noch exakter und präziser.
Und der Bassbereich gewinnt deutlich an Volumen, Tiefe und Schwärze.
Das Klanggeschehen ist von einer enormen Plastizität, der Detailreichtum und die Feinauflösung legen nochmals zu. Die Luftigkeit ist schier phänomenal.
Ich hatte das in dieser Deutlichkeit nicht erwartet. Die Kombination Solaris/HE 1000 V2 ist definitiv das Beste, was ich bislang im KH/KHA-Bereich zu hören bekam.
In fast vier Jahrzehnten der Beschäftigung mit Kopfhörern hat mich noch keine Kombination so begeistert wie diese.


 
Abyss 1266 (Betriebsmodus OTL)
 
Ähnliches wie für den HE 1000 V2 gilt auch für „Mr. Dynamic“, den Abyss 1266, der am Solaris nochmals an Dynamik, aber auch an Detailtreue und Räumlichkeit zulegt, so dass in der Lautstärke-Poti-Stellung 9 Uhr schon die (nicht vorhandenen) Wände wackeln. Er profitiert stark von der höheren Leistung, ein klares Plus also hier für den Solaris. Rock´n´Roll pur.


 
STAX Omega 007 und SRL 700 (Betriebsmodus STAX mit Gain-Verstärkung)
 
Meine eigentliche Hoffnung, den Solaris betreffend, lag ja vor allem in einer effizienteren Befeuerung des STAX Omega 007.
Das nominelle Mehr an Leistung brachte für mich allerdings kein unmittelbares Mehr an klanglicher Performance und man musste das Poti für entsprechende Lautstärken eigentlich genauso weit aufdrehen wie beim Luminare.
 
Um das etwas differenzierter betrachten zu können, habe ich einen zusätzlichen Vergleich mit dem STAX-Treiber SRM 727 II durchgeführt.
Im Vergleich zum 727 weist der Solaris im Zusammenspiel mit dem Omega 007 eine andere Klangphilosophie auf.
Die STAX-Kombi setzt auf Dynamik, Agilität und stärkere Bassbetonung, Solaris/007 präsentieren ein ruhigeres, weiträumigeres Klangbild, das stärker den musikalischen Fluss im Fokus hat.
Das ist am Ende Geschmackssache und keine Frage unterschiedlicher Qualitätsstufen.
 
Der Vergleichstest wurde dann nochmals mit dem Luminare wiederholt.
Die Unterschiede am Omega 007 sind da nicht gravierend und das Mehr an Leistung beim Solaris drückt sich nicht in höherer Lautstärke oder mehr Bassvolumen aus, sondern eher in der Darstellung der imaginären Bühne.
Am Solaris wird die Darstellung etwas weiträumiger und distanzierter, aber dadurch speziell bei Klassik auch schlüssiger, die Balance z. B. zwischen einer Singstimme und dem begleitenden Orchester wird schlüssiger, insgesamt mit etwas mehr Distanz zum Geschehen. Damit arbeitet der Solaris die Unterschiede zwischen dem Omega und dem SRL 700 noch einen Tick besser heraus, als der Luminare (der 700er zoomt den Hörer deutlich näher an das Klanggeschehen und ist auch höhenbetonter, wie die alten Lambdas es auch waren).

 
Dass die Unterschiede hier zwischen Solaris und Luminare sehr gering waren, hat wohl einen einfachen Grund: das technische Setup für die Spannungsverstärkung der Elektrostaten ist im Wesentlichen identisch, die verdoppelte Röhrenbestückung des Solaris wirkt sich hier also faktisch so gut wie nicht aus.
Es bleibt aber damit auch dabei: der STAX 007 kann dem HE 1000 V2 nicht das Wasser reichen, egal wie man ihn betreibt.

Für den SRL 700 loht sich der Test im  IMP-Modus mit Gain-Verstärkung.
Man muss zwar relativ weit aufdrehen, aber das Klangbild wirkt einen Tick sauberer und geordneter als im eigentlichen STAX Modus.
 
 
Denon AH 7200 (Betriebsmodus IMP)


Den Denon betreibt am Luminare wg. seiner geringen Impedanz und seines hohen Wirkungsgrades im IMP Mode - dito am Solaris.


Ergebnis im Vergleich hier: mit dem Solaris verbesserte Räumlichkeit, für einen geschlossenen KH sehr gute Außer-Kopf-Lokalisation und Bassenergie zum Abwinken, trotzdem feingeistig z. B.  bei Frauenstimmen bleibend.
Exzellent.


Sennheiser HD 800 S (Betriebsmodus OTL)

Der Sennheiser legt am Solaris räumlich noch einen Tick zu, da ist er ohnehin schon nahezu unschlagbar. Interessant ist, dass er in Punkto Hochtonenergie ein wenig mehr Aggressivität zeigt und etwas trockener/nüchterner klingt was bei sehr präsenzbetonten Aufnahmen leicht kritisch werden kann. Seltsamerweise war beim HE 1000 V2 genau umgekehrt, da hatte der Solaris die kleinen Spitzen in den Höhen ganz sanft abgerundet. Der Solaris erinnert in Kombination mit HD 800 S ein wenig an einen Eternal Arts TTP



AKG K 1000 (Betriebsmodus OTL)

Die Unterschiede zwischen den beiden Amps fielen bei diesem KH (neben den STAXen) für mich am geringsten aus (obwohl das Mehr an Leistung bei einen so wirkungsgradschwachen KH mit dem K 1000 eigentlich eine Trumpfkarte sein sollte):

Eine Nuance mehr Tiefenstaffelung, dadurch aber auch ein minimaler Verlust an Details und Ortungsschärfe. Ein Patt, würde ich sagen.


Audeze LCD 3 (Betriebsmodus IMP)

Der LCD 3 hatte mir am Luminare schon nicht besonders gefallen, am Solaris macht er auch nicht viel Boden gut. Wird das Klanggeschehen komplexer, insbesondere im Präsenz- und Höhenbereich, verliert er manchmal etwas die Kontrolle und spielt leicht unsauber, Sopranstimmen werden im Forte dann auch ´mal breit wie Scheunentore, mit unschönen Resonanzen. Und ein Raumwunder wird der LCD auch am Solaris nicht.

Ich denke, der LCD 3 ist kein KH für Röhren-Amps, er braucht doch eher die noch straffere Kontrolle eines kräftigen Transistors.




Audioquest Nighthawk (Betriebsmodus IMP)

Auch der Audioquest Nighthawk ist für mich kein Top-Kandidat für den Betrieb an einem Röhren-KHA.
Sein eher dunkler Timbre und seine sonore Gangart lassen ihn hier etwas überbetulich wirken, es fehlt an Spritzigkeit und Schnelligkeit. Daran ändert auch der Solaris nichts.
Einen Schritt in die richtige Richtung brachte allerdings der Versuch mit einer symmetrischen KH-Verkabelung, das Klangbild wurde etwas offener und differenzierter.

Dennoch bleibt der Nighthawk ist für mich eher ein Kandidat für einen neutralen, gerne auch etwas analytischen Transistor-Amp.

 
Bisheriges Fazit
Bisher konnten also HE 1000 V2 und der Abyss im Vergleich Solaris/Luminare die größten Schritte nach vorne machen, auch der Denon zieht gut mit. Die STAXe profitieren nicht durch mehr Dynamik sondern durch etwas mehr Atmosphäre und musikalischen Fluss. Bei Sennheiser und AKG halten sich Pros und Cons in etwa die Waage, da ist es Geschmackssache.
Der Audioquest Nighthawk ist per se (zumindest in der unsymmetrischen Standardverkabelung) kein optimaler Spielpartner für einen Röhren-KHA.
Und der Audeze LCD 3 bleibt in diesem Feld leider ein Verlierer.

 
Thomas T.